Nasenarbeit für Anfänger
Drei praktische Trainingstipps für Ihre Spürnase
Kleine Suchaufgaben, die Sie zu Hause Schritt für Schritt aufbauen können – ohne Druck und mit Freude am gemeinsamen Entdecken.

Bevor Sie beginnen
Üben Sie in ruhiger Umgebung und unter Aufsicht. Beginnen Sie mit ein bis drei Minuten und wenigen Wiederholungen; das ist eine Orientierung, keine Pflichtdauer. Gönnen Sie Pausen und hören Sie auf, bevor Ihr Hund müde oder frustriert wird. Rechnen Sie das Futter zur Tagesration. Verwenden Sie keine verschluckbaren Kleinteile oder unverträglichen Lebensmittel. Bei Atemproblemen, Schmerzen oder anderen Beschwerden klären Sie die Belastbarkeit tierärztlich ab.
Übung 1
Ein Leckerli auf das Suchsignal finden
Ziel: Ihr Hund lernt, auf das Wort „Such“ mit der Nase nach einem Leckerli zu suchen.
Sie brauchen: Einige kleine, gut verträgliche Leckerli und ein ruhiger Raum mit rutschfestem Boden.
- Legen Sie ein Leckerli gut sichtbar etwa einen Schritt vor Ihrem Hund auf den Boden. Halten Sie ihn nicht unnötig zurück; eine zweite Person kann bei Bedarf ruhig helfen.
- Sagen Sie einmal freundlich „Such“, während Ihr Hund losgeht. Lassen Sie ihn das Leckerli selbst finden und fressen. Die Belohnung liegt direkt im Sucherfolg.
- Wiederholen Sie das einige Male. Wenn der Einstieg leicht gelingt, legen Sie das Leckerli an den Rand eines Möbelstücks – weiterhin frei erreichbar, aber nicht mehr sofort im Blick.
- Verändern Sie zunächst nur den Ort. Erst wenn Ihr Hund entspannt sucht, darf das Versteck etwas schwieriger werden. Beenden Sie die Übung nach wenigen gelungenen Suchen.
Wenn es noch nicht klappt: Findet Ihr Hund das Leckerli nicht, machen Sie es wieder sichtbar. Wiederholen Sie das Suchwort nicht ständig und schieben Sie die Nase nicht zum Versteck.
Übung 2
Die richtige Suchschachtel finden
Ziel: Ihr Hund entdeckt, dass es sich lohnt, offene Schachteln mit der Nase zu untersuchen.
Sie brauchen: Zwei bis drei flache, offene Kartons ohne Klammern, Klebebandreste oder scharfe Kanten; kleine Leckerli.
- Beginnen Sie mit einem einzigen offenen Karton. Legen Sie ein Leckerli hinein, während Ihr Hund zusieht. Der Rand sollte so niedrig sein, dass er es ohne Mühe erreichen kann.
- Geben Sie Ihr Suchsignal und lassen Sie ihn das Futter selbst herausnehmen. Er muss dabei weder sitzen noch eine bestimmte Anzeige zeigen.
- Stellen Sie einen zweiten, leeren Karton mit etwas Abstand dazu. Legen Sie das Futter außerhalb der Sicht Ihres Hundes in einen der Kartons und geben Sie ihn dann zur Suche frei.
- Wechseln Sie die Position des Futterkartons und bei Bedarf die Kartons selbst. Bleiben Sie neutral stehen, damit Ihr Blick oder Ihre Hand nicht jedes Mal die Lösung verrät.
- Wenn zwei Kartons sicher und entspannt untersucht werden, können Sie einen dritten ergänzen. Lassen Sie den Hund weiterhin frei an das Futter gelangen.
Wenn es noch nicht klappt: Kaut Ihr Hund am Karton, schiebt ihn hektisch herum oder wirkt frustriert, unterbrechen Sie ruhig und vereinfachen Sie. Beaufsichtigen Sie die Übung durchgehend; schließen oder stapeln Sie die Kartons nicht.
Übung 3
Einen Futtergeruch unterscheiden
Ziel: Ihr Hund übt, zwischen zwei einfachen Geruchsangeboten den Futtergeruch zu finden – als Einstieg, nicht als geprüfte Zielgeruchsausbildung.
Sie brauchen: Zwei gleiche, standfeste, flache und offene Schalen sowie gut verträgliches Futter. Keine ätherischen Öle, Chemikalien oder Duftkonzentrate.
- Stellen Sie zunächst nur eine Schale mit einem kleinen Leckerli auf den Boden. Lassen Sie Ihren Hund auf das Suchsignal hin schnüffeln und das Futter fressen.
- Stellen Sie eine zweite, leere Schale in deutlichem Abstand daneben. Geben Sie zur Suche frei und warten Sie ruhig, statt auf die richtige Schale zu zeigen.
- Lobt Ihr Hund gern, können Sie ihn freundlich bestätigen, sobald er die Futterschale untersucht. Lassen Sie ihn das Futter direkt aufnehmen; verlangen Sie noch kein Sitzen oder langes Warten.
- Tauschen Sie links und rechts regelmäßig. Reinigen und wechseln Sie die Schalen, damit nicht immer dieselbe Schale durch alte Futterreste interessant ist.
- Für einen faireren Vergleich berühren Sie beide Schalen ähnlich und bereiten Sie sie ohne Sichtkontakt vor. Bleiben Sie bei wenigen einfachen Durchgängen. Futtergeruch, sichtbares Futter und Ihre unbewussten Hinweise sind hier noch nicht vollständig getrennt.
Wenn es noch nicht klappt: Diese Anfängerübung beweist keine professionelle Geruchsunterscheidung. Für einen nicht essbaren Zielgeruch und eine klare Fundanzeige ist ein sorgfältiger, angeleiteter Aufbau sinnvoll.
Gemeinsam weiterlernen
Diese Suchspiele sind ein Einstieg in die Nasenarbeit, keine Ausbildung für professionelle Einsätze. Im Spürhundetraining mit Nicole Momma in Essen können Sie Suche und Anzeige passend zu Ihrem Hund weiterentwickeln.
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